Reparatur & Wartung
Von der Kleinigkeit bis zur Baugruppe.
Jede Karte enthält einen direkten Leitfaden auf dieser Seite. Für ein konkretes Fahrzeug werden Werte und Teile erst nach eindeutiger Zuordnung veröffentlicht.
W01Basiswartung
Inspektion, Filter & Betriebsstoffe
Öl- und Filterservice, Luft- und Innenraumfilter, Zündkerzen, Kraftstofffilter, Flüssigkeiten und Wartungsintervalle. Der richtige Ölstandard ist wichtiger als ein pauschaler Markenname.
Anleitung auf der Seite lesen
So ordnest du einen Service richtig ein: Nicht „5W-30“ allein wählen. Entscheidend sind die im Handbuch geforderte Herstellerfreigabe, Motorvariante, Longlife-/Festintervall und die zulässige Ölmenge.
- Wartungsanzeige, Motorcode und vorhandene Freigabe aus Betriebsanleitung oder Serviceheft abgleichen.
- Ölstand nur mit dem vorgesehenen Messverfahren prüfen; Fahrzeug muss waagerecht stehen und die im Handbuch genannte Wartezeit einhalten.
- Beim Filterwechsel auf die genaue Filtervariante und neue Dichtungen achten.
- Altöl und Filter über eine Annahmestelle entsorgen; niemals nach Gefühl überfüllen.
Für exakte Werte: Motorkennbuchstabe, Baujahr und Herstellerfreigabe werden benötigt.
R02Sicherheitskritisch
Bremsen, ABS & Parkbremse
Beläge, Scheiben, Sättel, Leitungen, Bremsflüssigkeit, ABS-Sensorik und elektrische Parkbremsen. Bremsanlage und Drehmomente können sich selbst innerhalb einer Modellreihe stark unterscheiden.
Anleitung auf der Seite lesen
Typische Anzeichen: Schleifen, Rubbeln beim Bremsen, einseitiger Belagverschleiß, weiches Pedal, rote Bremswarnung oder ABS/ESP-Meldung. Eine Warnung bedeutet nicht automatisch, dass nur Beläge fällig sind.
- Bei roter Bremswarnung, Flüssigkeitsverlust oder deutlich verändertem Pedalweg nicht weiterfahren.
- Die genaue Bremsanlage vor Teilebestellung über Fahrzeugdaten und Achse identifizieren; gleiche Modellreihe kann unterschiedliche Scheiben und Sättel haben.
- Vor jeder Arbeit Verschleißbild, Scheibenzustand, Führungen, Leitungen und Bremsflüssigkeitsstand fachgerecht prüfen.
- Nach dem Bremsservice Herstellerablauf für Parkbremse, Entlüftung, Einbremsen und eventuelle Diagnosefunktionen beachten.
Wichtig: Befestigungswerte, Dehnschrauben und Entlüftungsablauf sind ausschließlich dem konkreten Herstellerdatensatz zu entnehmen.
R03Fahrdynamik
Fahrwerk, Lenkung & Radlager
Stoßdämpfer, Federn, Querlenker, Lager, Spurstangen, Radlager, Reifen und Räder. Nach Arbeiten an Achse oder Lenkung können Einstell- und Kalibrierarbeiten nötig sein.
Anleitung auf der Seite lesen
Typische Anzeichen: Poltern, Ziehen, Vibrationen, ungleichmäßiger Reifenabrieb, schwammiges Lenken oder mahlende Geräusche mit der Geschwindigkeit.
- Reifenluftdruck und sichtbare Beschädigungen zuerst nach Herstelleraufkleber prüfen.
- Geräusch, Geschwindigkeit, Lenkeinschlag und Fahrbahnsituation dokumentieren; das trennt oft Radlager, Reifen und Gelenkspiel.
- Fahrwerksteile nur am korrekt angehobenen und gesicherten Fahrzeug prüfen.
- Nach Eingriffen an Lenkung/Achse Spur, Lenkwinkelsensor oder Assistenzkalibrierung nach Herstellervorgabe berücksichtigen.
Teilebestellung: Achslast, Antrieb und Fahrwerkcode können entscheidend sein; äußerlich ähnliche Teile passen nicht zwingend.
M04Motorintern
Motor, Steuertrieb & Turbo
Zahnriemen, Steuerkette, Nebenaggregate, Wasserpumpe, Dichtungen, Zündung, Glühsystem, Einspritzung, Ansaugung und Turbo. Ein falscher Ablauf kann zu schwerem Motorschaden führen.
Anleitung auf der Seite lesen
Steuertrieb: Rasseln beim Kaltstart, Serviceüberschreitung oder unklarer Vorbesitz sind kein Anlass zum Raten. Intervall, Werkzeugsatz, Markierungen und Wechselumfang richten sich nach dem Motorcode.
Turbo/Ladedruck: Vor Turbotausch Ansaug- und Druckstrecke, Unterdruck/Ansteuerung, Sensorwerte, Ölversorgung und Fehlerdaten prüfen. Ein P0299 oder P0234 bedeutet nicht automatisch „Turbo kaputt“.
- Motorcode und genaue Leistung bestimmen.
- Vollständige Fehlercodes und Live-Daten sichern.
- Nur mit vorgeschriebenen Arretier-/Spezialwerkzeugen und Herstellerschritten arbeiten.
- Nach einer Reparatur Ölversorgung, Dichtheit und Fehlerspeicher nach Vorgabe kontrollieren.
A05Antriebsstrang
Kupplung, Getriebe & Allrad
Kupplung, Zweimassenschwungrad, Schalt- und Automatikgetriebe, DSG/DCT, Verteilergetriebe, Differenzial und Antriebswellen. Öl, Befüllniveau, Temperaturfenster und Adaptionsablauf sind nicht universal.
Anleitung auf der Seite lesen
Symptome richtig trennen: Schleifen beim Anfahren, Drehzahlschwankungen, Schaltstoß, Verzögerung beim Einlegen oder ein Heulen unter Last können unterschiedliche Ursachen haben: Kupplung, Schwungrad, Hydraulik, Ölstand, Mechatronik oder Antriebswelle.
- Getriebecode und Wartungshistorie vor Teile- oder Ölentscheidung ermitteln.
- Bei Automatik/DSG: Fehlercodes, Öltemperatur und Herstellervorgabe zum Befüllniveau beachten.
- Bei Vibrationen auch Motorlager, Gelenkwellen und Rad-/Reifenproblem ausschließen.
- Adaptions- und Grundeinstellprozesse nur mit dem vorgesehenen Diagnoseablauf durchführen.
Nie universell übernehmen: Öltyp, Menge, Temperaturfenster und Schraubenwerte.
E06Diagnose zuerst
Batterie, Laden & Fahrzeugelektrik
12/24-V-Batterie, Generator, Starter, Massepunkte, Sicherungen, Beleuchtung, Sensorik, CAN-Kommunikation und Komfortfunktionen. Mehrere Fehler können eine gemeinsame Spannungsursache haben.
Anleitung auf der Seite lesen
Viele Warnungen gleichzeitig? Erst Spannungsversorgung prüfen. Eine alternde Batterie oder schlechte Masseverbindung kann zahlreiche, scheinbar unabhängige Steuergerätefehler erzeugen.
- Zeitpunkt und Reihenfolge der Warnungen notieren; besonders nach Starthilfe, Batteriewechsel oder langer Standzeit.
- Nur eine Batterie mit passender Technologie, Kapazität und Kaltstartleistung einsetzen; bei vielen Fahrzeugen ist eine Anmeldung/Codierung erforderlich.
- Sichtbar auf lose Klemmen, Korrosion oder beschädigte Kabel achten – nicht mit Draht oder falschen Sicherungen überbrücken.
- Wiederkehrende Sicherungsauslösung, warme Kabel oder CAN-Fehler sind Diagnosefälle.
K07Temperatur & Druck
Kühlung, Heizung & Klimaanlage
Kühlmittel, Thermostat, Wasserpumpe, Lüfter, Heizungswärmetauscher, Klimakompressor und Kältemittelkreislauf. Kühlmittel- und Kältemittelspezifikationen dürfen nicht vermischt oder geschätzt werden.
Anleitung auf der Seite lesen
Bei Überhitzung: sicher anhalten, Motor abstellen und vollständig abkühlen lassen. Ein heißer Kühlkreislauf steht unter Druck; Deckel nie heiß öffnen.
- Wortlaut der Temperaturwarnung, Lüfterverhalten und sichtbaren Dampf dokumentieren.
- Erst bei kaltem Motor auf sichtbare Leckspuren und den vorgeschriebenen Kühlmittelstand prüfen.
- Kühlmittel nur verwenden, wenn die Freigabe für die konkrete Variante bestätigt ist; Farben sind kein verlässliches Auswahlkriterium.
- Bei Klima: Kältemittel, Ölmenge und Füllmenge gehören in einen qualifizierten Kreislaufservice.
Nicht weiterfahren: rote Temperaturwarnung, Dampf, rasch steigende Temperatur oder leerer Kühlkreislauf.
D08Legal & OEM
Kraftstoff, Abgas & Diagnose
Einspritzung, Hochdrucksysteme, DPF, AGR/EGR, SCR/AdBlue, NOx, Katalysator und Sensoren. Diese Systeme brauchen vollständige Codes, Umgebungsdaten und eine legale OEM-orientierte Instandsetzung.
Anleitung auf der Seite lesen
DPF/AdBlue/SCR: Warnung, Reichweite bis Startsperre, Fehlercodes und Fahrprofil sichern. Häufige Ursachen liegen nicht zwingend im sichtbaren Bauteil, sondern etwa in Sensorik, Heizung, Dosierung, Leckage oder Betriebsbedingungen.
- Vollständigen Code inklusive Untercode und Freeze-Frame sichern; nicht sofort löschen.
- Nur normgerechten Kraftstoff/AdBlue nach Herstellervorgabe verwenden.
- Bei Leistungsverlust, Warnung oder Regenerationsproblem relevante Live-Werte nach Herstellerablauf vergleichen.
- Kein Emulator, keine Abschaltung und keine Manipulation von DPF, AGR/EGR oder SCR.
Für konkrete Code-Erklärungen steht der Fehlercode-Leitfaden direkt auf dieser Website bereit.
C09Komfort & ADAS
Karosserie, Komfort & Assistenz
Türen, Schlösser, Fensterheber, Wischer, Waschanlage, Spiegel, Sitze, Kameras, Radar, Parkhilfe und Fahrerassistenz. Nach Glas-, Stoßfänger- oder Achsarbeiten kann eine Kalibrierung erforderlich sein.
Anleitung auf der Seite lesen
Wischer, Waschanlage, Schloss oder Fensterheber: Sicherungen nur durch identischen Typ und identischen Wert ersetzen. Vor dem Ausbau prüfen, ob der Fehler nach Feuchtigkeit, Batterieproblem oder einer Reparatur aufgetreten ist.
Assistenzsysteme: Kamera, Radar und Parksensoren können nach Scheiben-, Stoßfänger-, Fahrwerks- oder Achsarbeiten eine Kalibrierung benötigen. Eine sichtbare Fehlermeldung sollte zuerst dokumentiert werden.
- Betroffene Seite und Funktion notieren.
- Fehlercodes und Warntexte sichern.
- Keine gelben Airbag-Stecker, Kameras oder Radarmodule öffnen.
- Nach jeder Reparatur eine Funktionsprüfung nach Herstellerablauf vorsehen.
N10Nutzfahrzeug
Lkw, Druckluft & Anhänger
24-V-Elektrik, Druckluftversorgung, EBS/ABS, ECAS, Anhänger-Verbindung, SPN/FMI, SCR und Nutzfahrzeugantrieb. Bei Lkw entscheidet zusätzlich die genaue Fahrzeug- und Aufbauvariante.
Anleitung auf der Seite lesen
Bei Druckluft-/EBS-Warnung: Druckanzeige, Warntext, Anhängerstatus und vollständige SPN/FMI-Einträge sichern. Ein Lkw darf bei fehlender Bremsfreigabe, unzureichendem Druck oder EBS-Störung nicht weiterfahren.
- Fahrzeug sicher abstellen und Betriebsanleitung/Fuhrparkvorgabe beachten.
- Hörbare Leckagen und sichtbar beschädigte Leitungen nur aus sicherem Abstand dokumentieren.
- Keine Druckluftleitung lösen und niemals an Federspeicherbremsen arbeiten.
- Bei 24-V- oder CAN-Fehlern Versorgung, Masse und Steuergerätedaten fachgerecht prüfen lassen.